Die Geschichte des Lebens selbst

Wenn all die Gedanken, die da sind,
und wie sie kommen und gehen,

so sein dürfen,
ungebunden,
reine Erscheinungen –

und wenn sie niemandes Eigentum sind,
weil sie niemand zu Eigen hat,

so wie der Wind auch,
der einfach nur der Wind ist
und niemandem gehört,

wenn auch die Gedanken so frei sein können
und sie nicht beansprucht würden –

und wenn sie weder festgehalten
noch fortgestoßen werden,

weder unterdrückt
noch angereichert,

und erst wenn sie
in ihrem So-Sein
nicht gut oder schlecht sind

und dann auch weder Gutes
noch Schlechtes beinhalten müssen,

und ihre wahre Bedeutung
sich in Bedeutungslosigkeit gründet –

dann nur,
und erst dann

entsteht dieses Feld
reinen Gewahrseins.

Dort ist der Raum des Lauschens,
ohne den, der lauscht,

und nur ohne den, der hört,
gibt es das reine Hören –

das nichts zu hören erwartet
und in die Stille hineinzuhören vermag,

weil es nun
die Sprache der Stille
kennt und versteht.

So gelassen,
in stiller Lebendigkeit,

ohne Notwendigkeit,
in absichtsloser Wahrnehmung,

entfalten sich Gedanken

wie Blütenblätter am Morgen,
nur um sich am Abend
wieder zu schließen,

und erzählen ohne Absicht
die wahre Geschichte des Lebens.

Sie erzählen diese Geschichte
dem, der sitzt
und lauschen gelernt hat –

dem, der sitzt
als einer, der nicht lauscht,
um zu lauschen,

als einer, der nicht hört,
um bloß zu verstehen –

die Geschichte,
die nirgends anfängt
und nirgends aufhört,

die weder je anhält
noch irgendwo fortsetzt.

Am einzigen Ort
der Liebe, die da ist.

Wo jeder Sinn beginnt
und nirgends endet.

 

Stiller Zeuge dieser Geschichte
ist alles,
was DU je sein kannst.


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