Leere ist Form.
Form in Präsenz.
Aufgeben als höchste Form des Annehmens.
Sie ist eine neue Form von Präsenz.
Sie unterscheidet sich nur insofern,
als sie unvoreingenommen ist –
und daher anstrengungslos.
Nichts mehr, das etwas gewohnt wäre.
Daher ist da einfach Staunen:
ein wissendes, klares Schauen,
das erkennt, dass alles neu ist –
ständig, permanent, beständig.
Jede Regung ist ein einziges Phänomen.
Nichts ist vertraut, und doch ist alles bekannt,
weil alles zusammenhängend verbunden ist –
vom Gleichen.
Gedanken sind da,
doch nichts hält daran fest.
Sie sind frei, weil sich nichts mehr an sie bindet.
Dieses Freisein
schafft von selbst eine einfache und klare Sicht.
Keine Wichtigkeit ohne jemanden,
der ordnen, werten, folgen oder ausweichen müsste.
Da ist nur Ordnung,
die sich gestaltet – fortwährend.
Entsprungen aus einem einzigen Chaos.
Alles folgt dieser Ordnung und ihrem Sinn.
Daher:
Alles, was da ist, ist Schauen –
absichtsloses Schauen.
Das Alte, das Frühere und seine Strukturen
geben noch dem Echo Raum.
Doch selbst das Echo ist frei, erlöst,
weil gelöst von jeder Illusion
und ihren Gestalterinnen und Gestaltern.
Jedes Konstrukt zerfällt im Bemerken
in dieser wachen Präsenz.
Sie lässt alles neu erscheinen,
und dieses reine Schauen
durchschaut alles, direkt bis zum Grund.
Und darin ist es so einfach und so klar:
Etwas denkt, dieses oder jenes sei ein Problem –
doch da ist keines.
Das Problem: es ist NICHT!
Denn da ist nur, WAS IST.
Das Paradoxon liegt darin,
ein Problem zu erschaffen,
es als Problem zu betrachten
und ihm dann zu unterliegen.
Ein Konstrukt,
erschaffen von der Illusion eines Selbst,
nur um es zu bewerten
und sich daran zu binden.
Der verblendete Geist kann das nicht durchschauen –
nur der geklärte.
Kein
„Du sollst nicht“
oder
„Du solltest …“,
sondern:
„Da ist nicht …“
und
„Da ist nur …“.
Alles strömt hervor
aus der endlosen Kette
von Ursachen, Bedingungen
und dem, was darin wirkt
und zum Ausdruck kommt.
Stille Zeugen
des Flusses des Lebens könnten wir sein,
würden wir der Präsenz Raum geben,
ohne etwas hinzuzufügen
oder wegzunehmen.
Ganz in unseres Geistes Natur.
Dann scheint jede Angst,
jede Sorge, jede Ungereimtheit
schlagartig zu verschwinden –
weil sie ohne die Illusion
eines falschen Selbst
keinen Grund und Boden mehr hat.
Alles geschieht.
Und da ist Erkennen.
Aber niemand, der erkennt –
das ist die eine Einbildung.
Im Aufgeben der Einbildung,
im Aufhören zu greifen,
aufhören die Wahrnehmung zu modifizieren,
ihr zuzuschreiben oder zu entsagen,
ist die Rückkehr in das, was ist.
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